Über das Buch

Kurzcharakteristik

Das Buch "Vertrauen als Geschäftsmodell" geht der Frage nach, ob Vertrauen als Basis und Gestaltungsinstrumentarium für Geschäftsmodelle fungieren kann. Anhand zahlreicher, branchenübergreifender Unternehmensbeispiele wird der ökonomische Mehrwert vertrauensbasierter Problemlösungen untersucht sowie deren verbindenden Merkmale herausgearbeitet. Die Ausführungen oszillieren hierbei zwischen Theorie und Empirie, sodass nicht nur eine wissenschaftstheoretische Fundierung gelingt, sondern bisherige betriebswirtschaftliche Vertrauenslogiken auch kritisch reflektiert werden. Das Postulat, dass die Betriebswirtschaft dem Vertrauen mehr vertrauen sollte, wird durch die Darstellung der vertrauensevozierten Bindungskraft zwischen Organisation und Umwelt argumentativ gestützt.

Die aus den empirischen Beispielen resultierende Notwendigkeit der Herleitung eines postheroischen Management- und Systemverständnisses gelingt dem Autor auf Basis systemtheoretischer Erkenntnisse. Als zentrale Säulen erweisen sich hierbei eine Kybernetik zweiter Ordnung, die erkenntnistheoretische Auffassung des radikalen Konstruktivismus sowie ein autopoietisches, d. h. selbstorganisierendes Systemsverständnis. Diese bilden die argumentative Grundlage eines vertrauensbasierten Musterbruchs, dessen evolutionärer Charakter und Gang durch die Berücksichtigung weiterer Beispiele und interdisziplinärer Bezüge eindrucksvoll veranschaulicht wird.

Gleichermaßen ist das Buch damit für Change-Berater, Organisationsentwickler, Innovatoren sowie das vertrauensinteressierte Management geeignet. Es bricht radikal mit betriebswirtschaftlichen Logiken, zeigt die Begrenztheit herkömmlicher Geschäftsmodellinnovationen auf und ist als Irritation für betriebliche Entscheider zu verstehen. Gleichzeitig leistet es einen wertvollen Beitrag zur ökonomischen Management- und Vertrauensforschung.

"Dank vielen inspirierenden Beispielen wird die Mächtigkeit vertrauensbasierter Geschäftsmodelle und das Postulat, dass die Betriebswirtschaft dem Vertrauen mehr vertrauen sollte, für den Leser unmittelbar erlebbar."

Univ.-Prof. Dr. Hans A. Wüthrich
Institut für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen, Universität der Bundeswehr